Allgemeine Hinweise zu den Unterrichtseinheiten

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 19.04.2010

Inhalt

Grundsätzliches

- Worum geht es und wofür ist VWL gut

- Warum hat VWL oft so einen zweifelhaften Ruf

Eigener Bildungswille

- Lesen und Schreiben hilft dabei

Wie geht lernen

- Testen Sie, welcher Lerntyp sie sind

- Vertiefungsliteratur

- Speziell für Studenten

Vorkenntnisse

Zielsetzung

Zum Gebrauch der Foliendateien

Was ich sehr schätze

Fachlektüre

 

Grundsätzliches

Worum geht es und wofür ist VWL gut?

Die Volkswirtschaftslehre erklärt zum einen die Entscheidungen von Haushalten, Unternehmen und Staat (Mikroökonomie und Finanzwissenschaft), zum zweiten untersucht sie die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die verschiedenen Märkte sowie die Verbindungen zwischen diesen (Makroökonomie).

Damit stellt sie z.B. Zusammenhänge dar zwischen Steuern und Wirtschaftswachstum, Staatsausgaben und Arbeitslosigkeit, Technischem Fortschritt und Arbeitsmärkten. Sie stellt dar, welche Entscheidungen wie auf den Rest der Wirtschaft einwirken und hilft so, Handlungsalternativen abzuwägen.
Für die einzelnen Unternehmen und ihre Kunden und Lieferanten leistet dies die Betriebswirtschaftslehre. Aber welches Unternehmen arbeitet schon frei von staatlichen Regelungen und den Einwirkungen verschiedenster Interessensgruppen. Somit müssen auch größere Zusammenhänge in die wirtschaftlichen Entscheidungen des Managements einfließen. Diese verstehbar zu machen, ist Aufgabe der VWL.

Warum hat VWL oft so einen zweifelhaften Ruf?

Die Volkswirtschaftslehre gilt gemeinhin als theoretisch und praxisfremd. Ersteres ist ein Kompliment, zweiteres ein Trugschluss.

Theoretisch sein heißt, nach dem Sinn und Zusammenhang hinter den konkreten Dingen zu suchen, sich also den Durch- und Überblick verschaffen zu wollen. Eine Frage Ihrer persönlichen Kompetenz also. Denn wer nicht analytisch denken kann, der wird Schwierigkeiten haben

Kurz: es fehlt ihm an Managementkompetenz.
Wenn VWL also tatsächlich (ich bezweifle es) mehr theoretisches Denken erfordern sollte als andere Fächer, so würde das nur bedeuten, dass Sie hier auf Ihre Aufgabe als Entscheider hervorragend vorbereitet werden.

Als praxisfremd wird die VWL deshalb gerne bezeichnet, weil sie möglichst einfache Modelle der Wirtschaft für die Lehre verwendet. Viele Einzelfälle des Alltages zeigen wichtige Abweichungen davon. Aber wie funktioniert Mustererkennung? Indem man zunächst einmal die wesentlichsten Grundlinien als Gemeinsamkeit der Fälle erkennt und anhand dessen eine grobe Einordnung vornimmt. Danach kommt dann die Detailbeurteilung unter Berücksichtigung relevanter Einzelheiten. Volkswirtschaftslehre im Nebenfach will die Mustererkennung fördern, ohne die sie keine Chance haben, die Details zu beurteilen.

Wir werden im Unterricht immer wieder auf den wirtschaftspolitischen Alltag eingehen und die Verbindung zu unseren Mustern herstellen, damit sie deren Praxisnähe erkennen können. Sie tun sich dabei um so leichter, je mehr Sie selber an wirtschaftspolitischen Nachrichten aufnehmen.

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Eigener Bildungswille

Es geht hier nicht nur um die klassische "Ausbildung", sondern jedes Studium ist auch eine Chance zur Bildung des gesamten Menschen. Dazu gehört auch der Erwerb eines Grundstocks an nicht geprüftem Wissen.

Beispiele:

Aus meiner Sicht sind Sie angehende Führungskräfte. Mitarbeiter, Kunden und Vorgesetzte erwarten von einer Führungskraft, also von Ihnen, vor allem Kompetenz. Jeder Manager, der hier nichts zu bieten hat, wird als Fachidiot belächelt und erreicht schnell die Stufe, bei der er als nicht präsentabel gilt und im Beförderungsstau steht. Dann fehlen oft die zeitlichen Freiräume, Versäumtes nachzuholen.

Kompetenz beinhaltet sowohl eine soziale (z.B. eigenes Auftreten in Konflikt- und Kooperationssituationen) wie auch eine fachliche Komponente. Fachkompetenz heißt auch, dass sie nicht nur zu Fragen des betrieblichen Ablaufes Stellung beziehen können, sondern auch gesellschaftlich relevante Themenkreise interessiert begleiten.
Konkret bedeutet dies, dass zu Ihrer
Pflichtlektüre weniger die Börsenkurse gehören sollten, als vielmehr der politische Teil einer überregionalen Tageszeitung und die Leitseite des Wirtschaftsteiles sowie Ihre Branchennachrichten. Anregungen finden Sie in der Linksammlung.

Sie selbst haben darüber hinaus noch eine weitere Verantwortung: Ihre Kreativität nicht verkümmern zu lassen. Erfolgreich sind nicht die Nachahmer, sondern die Pioniere. Der Wettbewerbserfolg von heute und morgen besteht weit mehr aus Innovationsstreit als aus Preiskampf. Hohe Gehälter machen hohe Preise erforderlich, die aber nur für Außergewöhnliches bezahlt werden, nicht für Standardware.

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Lesen und Schreiben hilft dabei?

Gemeint ist damit nicht Fachliteratur, SMS und E-Mail, sondern ein gut geschriebenes, interessantes Buch aus Ihrem Interessensgebiet oder eine gute überregionale Tageszeitung lesen auf der einen Seite und
der klassische Brief oder das Tagebuch auf der anderen Seite.

Heute wird kaum noch über Sprache nachgedacht, sie wird nicht mehr geschliffen, weil sie eine belanglose Dutzendware ist, inflationiert von Handys und Talkshows. Das Ergebnis: unter Stress verschwindet die Kenntnis von Grammatik, Satzbau und Wortschatz. Im Unternehmen sind sie damit unten durch, weil sie keiner mehr ernst nimmt. In der Prüfung sind sie derjenige, der's einfach nicht aufs Papier kriegt, was er weis und sich damit das Zeugnis versaut.

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Wie geht lernen?

Viele wundern sich immer wieder, wie schlecht das Verhältnis von Lernaufwand zu Noten ist. Das kann daran liegen, dass Sie während der Lernzeit nicht mit Kopf und Herz bei der Sache sind, kann aber auch etwas damit zu tun haben, dass Sie trotz 13 Jahren Schule noch nicht die richtige Lerntechnik entwickelt haben.

Testen Sie, welcher Lerntyp sie sind

Für den ersten Test brauchen Sie unbedingt jemanden, der ihn für Sie vorbereitet, damit er objektiv ablaufen kann. Am Besten wäre es, wenn nicht Sie sondern die betreffende Person das Ganze lesen und ausdrucken würde.
http://www.pi-wien.at/eakcontent/denkwerkstatt/lernen/lerntypt.htm

Der zweite Test kann online am Bildschirm durchgeführt werden.
http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/TEST/HALB/Test.shtml  Die Website bietet auch eine Vielzahl weiterer Psycho-Tests sowie einiges an akademischem Wissen zum Lernen an.

Was für Vorgehensmuster helfen einem je nach Lerntyp weiter? Einige Antworten finden Sie (neben einem Lerntypentest, der Ihre Eigenerfahrungen abfragt beim "Konstruktiven Lern-Web" unter http://www.konlernweb.de:8080/klw_amz/templates/g_lerntyp_bestimmung.htm

Vertiefungsliteratur

Das Gymnasium in Moosburg hat eine Linkliste zum Thema Lernen lernen zusammengestellt, die viel weiterführendes enthält.
http://www.gym.moosburg.org/lehrer/lernen_lernen.html
Auf der Seite http://www.lerntipp.at/links/ findet sich neben (leider) viel Werbung auch eine gute Orientierung über einige wichtige Seiten im deutschsprachigen Raum.

Speziell für Studenten

Die Wirtschaftsuniversität Wien gibt einen einigermaßen vollständigen Überblick über die Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Studium stellen: http://www.wu-wien.ac.at/lehre/support ;
Werbeverseucht, aber inhaltlich interessant: http://studium.lerntipp.at/

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Vorkenntnisse

Die Veranstaltung setzt im ersten Semester keine, ansonsten die Kenntnisse der vorhergehenden Semester Volkswirtschaftslehre (VWL) voraus. Darüber hinaus wird erwartet, dass sie regelmäßig Wirtschaftsnachrichten konsumieren.

Zielsetzung

Sie sollen nach den sechs Semestern in der Lage sein, selbständig zu beurteilen, ob v.a. in der politischen Diskussion vorgebrachte Vorschläge zur Erreichung volkswirtschaftlicher Ziele stichhaltig sind oder nicht. Sie können bei wirtschaftlichen Zielkonflikten Prioritäten setzen und kennen qualitativ die Auswirkungen einzelner Maßnahmen auf die anderen Bereiche der Wirtschaft.

Zum Gebrauch der Foliendateien

Die auf dem Server abgelegten Folien sind lediglich eine Hilfestellung für die Mitschrift in den Vorlesungsstunden. Sie können und sollen den Besuch der Veranstaltung nicht ersetzen. Auch das Studium eines Lehrbuches kann – durch einen anderen pädagogischen Ansatz, abweichende Darstellung oder schlicht größere Tiefe – die Vorlesung sinnvoll ergänzen.

Den einzelnen Kapiteln der aktuellen Vorlesung zugeordnet sind – soweit verfügbar – ein oder mehrere halbwegs aktuelle Zeitungsartikel, die Ihnen einen Bezug zur Praxis für den behandelten Stoff vermitteln sollen.

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Was ich sehr schätze

ist eine aktive Mitarbeit in der Vorlesung. Es wird bekanntlich keine studienbegleitenden Leistungsnachweise geben. Das bedeutet für Sie keinen Lernzwang während des Semesters, für mich keine Erfolgskontrolle bei der Wissensvermittlung vor der eventuellen Klausur. In dieser Situation ist es für Sie noch mehr als für mich wichtig, dass Sie Ihre Probleme mit dem Stoff - oder auch der Art des Vortrages - direkt und rasch mitteilen. Am besten sofort in der Stunde, ansonsten per E-Mail.

In meiner Stunde gilt weitestgehend:

I'm not annoyed if you ask "impossible" questions, I'm proud you think I know the answers.

Manche von Ihnen haben bereits berufliche oder politische Erfahrungen gesammelt. Bringen Sie diese ein: Schildern Sie Beispiele, fragen Sie nach der Einordnung Ihrer Erfahrungen in den jeweiligen Stoff etc. Kurz:
Seien Sie selbst Ihres Glückes Schmied!

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Fachlektüre

Noch etwas zum Lesen

Sofern Sie keine Zeit zum Vorlesungsbesuch haben oder bei einer weiter zurückliegenden Vorlesungseinheit Lücken feststellen, empfiehlt es sich, diese Defizite durch die Lektüre eines Lehrbuches begleitend zu den Folien zu schließen. Eine eindeutige Empfehlung ist nicht sinnvoll, da die von uns behandelten Themen in keinem Lehrbuch in der gleichen Zusammenstellung/ Darstellungsweise/ Gewichtung dargestellt werden. Letztlich ist es auch eine Geschmackssache, was Ihnen am meisten entgegenkommt. Das beste Lehrbuch ist dasjenige, bei dessen Lektüre Sie nicht einschlafen.
Deshalb sind die nachstehenden Titel nur eine subjektive Auswahl unter dem Blickwinkel: Was gefällt mir als Dozent entweder von der Prägnanz her (Frank) oder durch die Form der Darstellung bzw. den Sprachstil. Sie sind hoffentlich eine erste Hilfe auf der Suche nach dem Buch der Erkenntnis in den Bibliotheken. Ein Kauf erscheint mir nicht zwingend.

Für Ihr gesamtes Studium in BWL wie in VWL empfehle ich die Anschaffung eines wirtschaftswissenschaftlichen Nachschlagewerkes (statt vieler Lehrbücher, die in der Summe teurer sind und weniger benutzt werden). Standard ist das Gabler Wirtschaftslexikon. Der Schwerpunkt dieses Lexikons liegt auf der praktischen Verwertbarkeit - trotz vieler durchaus anspruchsvoller Artikel zur Theorie. 17. Auflage, Taschenbuch, 8 Bände, ISBN 3834901520, 69,90 €; kostenfrei im Internet: wirtschaftslexikon.gabler.de

Wirklich nur der Vollständigkeit halber und nicht zum Kauf sei als gutes Speziallexikon mit dem Schwerpunkt Theorie erwähnt: Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal: Lexikon der Volkswirtschaftslehre. ; Antiquarisch 7. Auflage 2000 im Internet für 5€

Vom Erwerb des teureren dtv-Lexikons Volkswirtschaftslehre mit der Zielsetzung einer Klausurvorbereitung rate ich ausdrücklich ab. Es ist mehr für die Begleitung einer Zeitungslektüre gedacht, da die theoretischen Teile nicht sehr tiefgehend sind.